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Im Test: 11 Kindersportwagen für 350 bis 750 Mark.
Die Kleinen kommen zu kurz
Autokonstrukteure verwenden für gewöhnlich einige Mühe auf
die Gestaltung des Interieurs. Nachholbedarf haben die Konstrukteure
von Kinderwagen. Das Wohl der kleinen Passagiere kommt zu kurz.
Die Sitze der Kinderwagen sind oft zu eng, die Fußteile zu kurz
und die eigentlichen Sitzflächen zu lang. Gutes Sitzen Fehlanzeige.
Unbequem wirds für die Kinder vor allem im Winter. Dick eingemummelt
bleibt in den engen Sportwagen kaum noch Platz. Orthopädisch richtig
wäre etwa folgender Sitz: 32 bis 35 cm breit und 21 cm lang. Dieses
Maß passt für die meisten Kinder, von sieben Monaten bis etwa
drei Jahre.
Rückenlehnen zu niedrig
Die Rückenlehnen sind bei fast allen Sportwagen so niedrig, dass
sich größere Kinder nicht mehr anlehnen können. Selbst Kleinkinder
unter zwei Jahren ragen mit dem Köpfchen über die Lehne hinaus.
Gut sind dagegen die Gurtsysteme. Die Verschlüsse halten sicher
und widerstehen auch neugierigen Kinderhänden. Haltbar und geländetauglich
sind die Sportwagen ohnehin. Hohes Tempo ist trotzdem tabu.
Nicht zum Joggen
Wenn die Eltern joggen oder skaten, können die Kinderwagen
gefährlich werden. Schwachpunkt Bremsmanöver: Einige Bremshebel
müssen mit beiden Händen gezogen werden, um die volle Wirkung
zu entfalten. Andere sind ungünstig angeordnet und zwingen die
Eltern zu akrobatischen Einlagen. Auch die Idee der Sicherheitsleine
zwischen Skater und Kinderwagen hat Tücken. Im Zweifelsfall reißen
die Eltern den Kinderwagen mit um, wenn sie beim Skaten stürzen.
All das gilt auch für den Baby Jogger. Die dreirädrige Konstruktion
aus den USA wird zwar eigens als Sportgerät verkauft, ist aber
leider ein schlechter Kompromiss. Als Kinderwagen unbequem, als
Sportgerät gefährlich und obendrein teuer. Der Baby Jogger kostet
knapp 900 Mark.
Tipps
- Verstellbarer Schieber. Achten Sie auf einen verstellbaren
Griff. Der Schiebegriff sollte sich auf die Körpergröße
von Mutter und Vater anpassen lassen. Noch besser sind Schwenkschieber:
Hier sitzt der Nachwuchs - je nach Wunsch - mit Blick auf die
Eltern oder mit Blick nach vorn.
- Autotest. Vermessen Sie den Kofferraum Ihres Autos
und achten Sie auf die Öffnung der Kofferraumklappe. Passt
der zusammengeklappte Kinderwagen problemlos hinein? Achten
Sie auch auf eine Arretierung am Kinderwagen, damit er sich
beim Herausheben nicht plötzlich auseinander faltet.
- Buggy ist leichter. Geländegängige Kinderwagen
sind schwer. Falls Sie den Wagen häufig tragen müssen,
empfiehlt sich ein Buggy. Die sind leichter und billiger als
Sportwagen.
- Buggy ist wendiger. Vorteile hat ein Buggy auch im
Großstadtgewühl. Enge Kaufhaus-, Bus- und U-Bahn-Zugänge
sind mit den leichteren Wagen besser zu meistern.
Nicht Joggen. Achten Sie auf die Geschwindigkeit. Auch Sportwagen
sind nicht für hohes Tempo gemacht. Der Wagen kann kippen
und die Bremsen sind für joggende Eltern nicht jederzeit
erreichbar.
- Reflektoren nachrüsten. Nur wenige Kinderwagen
werden mit Reflektoren geliefert. Rüsten Sie nach, wenn
Sie oft im Dunkeln unterwegs sind.
- Testsieger. Auch der Testsieger ist nur Mittelmaß:
Quinny Freestyle 4 für 600 Mark. Immerhin sitzt und liegt
der Nachwuchs in diesem Wagen am besten. Kaum schlechter aber
deutlich billiger ist der Knorr Arosa Airlift Outdoor für
360 Mark. Das bequemste Modell für die Eltern ist der Teutonia
Mistral Country 2001 für stolze 760 Mark. Handhabung gut,
das schaffte kein anderer Sportwagen.
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