| 1. HafenCity Inline-Marathon am 15. Juli in Hamburg (ein
Bericht von Kurt-Ulrich Heldmann)
Die Veranstalter wollten nach eigenem Bekunden mit diesem nicht
an einen Lauf-Marathon gekoppelten reinen Inline-Marathon den
Grundstein "zu einem sportlichen Großereignis"
legen. Eine Voraussetzung war die Einbettung in den German Inline
Cup und damit die Tatsache, dass die Elite der deutschen Speedskater
in Hamburg an den Start gegangen ist. Glück hatten sie mit
dem Wetter: Es war trocken, mit 16° Lufttemperatur herrschten
erträgliche Temperaturen. Erwartungsgemäß machte
uns auf der 15 km langen Teilstrecke am Moorwerder Deich der Wind
zu schaffen.
Pünktlich um 11 h wurden wir, 2339 Skaterinnen und Skater,
auf die Strecke geschickt. Nach dem Hamburger City-Marathon im
April mit etwa 500.000 begeisterten Zuschauern war dies dann ein
echtes Kontrastprogramm. Es ging durch den am Sonntag menschenleeren
Freihafen. An der Veddel, am Deich und in Moorburg fanden sich
erfreulicherweise doch einige Zuschauer ein, die uns lautstark
anfeuerten. Aber insgesamt war die Streckenführung eher Zuschauer
unfreundlich. Meine Freundin Petra hat sich rund 10 km mit dem
Kickbord abgestrampelt (eine erstaunliche Leistung!) und trotz
ergänzender S-Bahn Nutzung es gerade mal geschafft, mich
am Start und bei km 13 zu sehen. Als sie bei km 30 ankam, war
ich schon rund 10 Minuten durch und bis sie im Startbereich zurück
war, war ich umgezogen und hatte meine Portion Nudeln gegessen.
Die Veranstalter sollten sich einige Gedanken machen, wie sie
hier zukünftig etwas verbessern können.
Auch verbesserungswürdig ist die Verpflegung an der Strecke.
Es gab lediglich bei km 23 und km 29 Wasser, Kohlehydrate gab
es überhaupt nicht. Um Wasser zu bekommen, musste man jedoch
die Strecke verlassen und anhalten. Ich habe niemanden gesehen,
der davon Gebrauch gemacht hat, ein solcher Zwischenstopp stört
total den Rhythmus.
Nachdem sich das Feld auf den ersten zehn Kilometern einigermaßen
sortiert hatte, begann das Windschattenfahren. Das war vor allem
auf der geraden Deichstrecke enorm Kräfte sparend und funktionierte
ausgesprochen gut. Wer einmal den Anschluss an eine solche Schlange
verloren hatte, hatte kaum ein Chance wieder ran zu kommen.
Für meine Begriffe war die Strecke schön und nicht
besonders schwierig. Die heiklen Stellen (Bahngleise, scharfe
Kurven) waren gut abgesichert, wenn es auch an den ungezählten
Bahngleisen trotzdem zu einigen Stürzen kam. Der Belag war
gut bis sehr gut. Und auch die Umfahrung einer Baustelle auf der
Kattwyckbrücke über einen schmalen Radweg war unproblematisch.
Die besondere sportliche Herausforderung kündigte sich schon
etwa 7 km vorher an, als die hohen Masten der eindrucksvollen
Köhlbrandbrücke im Blick auftauchten. Oben auf der Brücke,
etwa 60 m über dem Hafengelände, war das Ziel. Der Anstieg
mit 4% Steigung war für Einige nach über 40 km Strecke
offensichtlich eine echte Grenzerfahrung. Die Sanitäter im
Zielbereich hatten einiges zu tun.
Als Belohnung wartete ein toller Blick und ein schnurgerade mehr
als einen km lange Abfahrt von der Brücke zum Shuttlebus,
der uns zurück zum Startbereich brachte. Da sich auf der
Brücke außer Offiziellen und Medienvertretern niemand
aufhalten durfte, wurden wir erst dort mit dem gebührendem
Beifall begrüßt. Ein bißchen komisch war das
schon, wenn bei der Zieldurchfahrt niemand klatscht, dafür
aber beim Aussteigen aus dem Bus. Ich plädiere dafür,
für das nächste Mal die ursprüngliche Planung zu
verfolgen, die Köhlbrandbrücke in die Strecke zu integrieren
und Start- und Zielbereich zusammen zu legen. So wie die Abfahrt
abgesichert war, sollte sie für jemanden, der sich einen
Inline-Marathon zutraut, technisch zumutbar sein.
Insgesamt hat es Spaß gemacht und war sportlich anspruchsvoll.
Danke dafür an die Organisatoren, Helfer und Mitskaterinnen
und Mitskater. Wenn die genannten Unzulänglichkeiten ausgeräumt
werden können, kann ich mir vorstellen, dass der HafenCity
Inline-Marathon sich etablieren wird. Ich habe vor, nächstes
Jahr wieder dabei zu sein.
Kurt-Ulrich Heldmann, Kassel
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