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zuletzt aktualisiert am 07.01.2012

 
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Auf abgesperrten Strassen durch die Städte sausen - ein Traum! Ein Traum, den sich Inlineskater nicht nur beim Night-Skaten erfüllen können, sondern auch bei den Rennen durch die Städte. Hier starten nicht nur die Topathleten, sondern Skater jeder Leistungsstufe. Vielen liegt daran, ihre Zeit zu verbessern oder einfach die großen Städte in der Gruppe zu durchrollen. Zum ersten Mal durch das Brandenburger Tor ist für jeden ein Erlebnis. Doch wenn 1000 bis 6000 Skater gleichzeitig durch die Strassen rollen, kann es eng werden.

Wir wollen Euch ein paar Tipps geben, wie SpeedskaterIhr solche Rennen sicher und mit viel Spaß erleben und sogar noch Freunde finden könnt. Wichtig sind unsere Ratschläge nicht nur für die „blutigen“ Anfänger. Einiges sollten gerade die Sportler beherzigen, die aus einer anderen Ausdauersportart kommen und nun als Skate-Einsteiger relativ weit vorne mitfahren. Eure Sportkameraden um Euch herum erwarten von Euch die Einhaltung bestimmter Regeln.

Der Verlauf eines Strassenrennens unterscheidet sich übrigens sehr aufgrund der Teilnehmermenge. Sind wenig Starter da, kommt es für die Skater zu ganz anderen Problemen, als wenn es zu eng wird.

Doch in allen Rennen fürchtet der Einsteiger die Matten! Ihr dürft es ruhig glauben, Matten sind überhaupt nicht gefährlich. In einem Marathon ist mit 6 Matten zu rechnen, alle 10 km eine, zusätzlich die Halbmarathon- und die Zielmatte. Es lohnt sich also, sich vorher mit dem Thema zu beschäftigen.Wie geht‘s am besten? Auf keinen Fall springend!!! Springer landen meistens auf dem mehr oder weniger gut gepolsterten Heck.

Führt besser einen Skate nach vorne, einen nach hinten - allerdings nicht im Spagat, die Knie sollen schon dicht zusammen bleiben -senkt Euren Schwerpunkt etwas ab und entlastet die Vorderrollen. Durch das schräg nach hinten gestellte Bein könnt Ihr nicht nach hinten fallen. So etwas kann man übrigens mit Teppichresten prima zuhause üben.

Viel zu wenig hingegen fürchtet der Einsteiger den neben ihm Skatenden. Denn gerade Anfängergruppen erkennt man daran, dass sie sich wie Jogger ungeordnet über die ganze Fahrbahn verteilen.

Nun, gegen ein bisschen Anarchie spricht normalerweise nichts, doch beim Skaten kann es gefährlich werden. Nebeneinander verhakeln sich die eigenen Skates beim Abstoß nur zu leicht mit denen des Nachbarn, Gruppenfahrenwas schnell zu Stürzen führen kann.

Das ist aber nur ein Grund, weswegen es ratsam ist, in Gruppen hintereinander zu skaten. DieseFahrweise, auch Windschattenfahren genannt, hat einen weiteren Vorteil, auf den schon der Name hinweist. Man kann damit wenigstens einen Feind der Geschwindigkeit, nämlich den Windwiderstand minimieren. Dazu nehmt Ihr den Rhythmus des Vorderskaters auf. Vorteile: Beim Abstoss kommt Ihr nicht so leicht mit dessen Beinen ins Gehege, Ihr könnt dicht genug auffahren und der Windschattenvorteil wird optimiert. Dabei versucht bitte, zur Seite abzustoßen, nicht nach hinten. Das ist ohnehin die effektivere Technik (ein anderes Thema) und Ihr tretet als Dreingabe dem Hintermann nicht vor‘s Schienbein.

Der Frontskater hat übrigens auch etwas davon, dass hinter ihm andere „lutschen“, denn für ihn ist der saugende Effekt der hinter ihm zusammenschlagenden „Luftmassen“ geringer.

Um Gefahren von der Gruppe abzuwehren, macht der Führende auf Hindernisse aufmerksam; die entsprechenden Zeichen sind von allen bis an‘s Ende der Schlange weiterzugeben. Leider gibt es noch keine festen Regeln, aber meistens versteht man den Sinn von Handbewegungen schon.

Abzuraten ist aber von wildem Handwedeln, das die Gruppe jedes Mal in Panik versetzt. Ruhige Handzeichen zum Richtungswechsel, Hinweise auf Löcher im Boden, zu Überholende usw. sind auf jeden Fall angebracht.

Damit nun nicht jede kleine Geschwindigkeitsänderung zu wilden Bremsaktionen und anschließenden Sprintübungen führt, hält jeder Skater bei Verzögerungen den Abstand zum Vorderen mit den Händen ein. Dazu werden die flachen Handflächen hinten auf den Po so aufgelegt, dass der Vordere nicht gesteuert werden kann, also gleichmäßig links und rechts mit beiden Händen oder mittig mit einer Hand. Ihr dient auch Eurer eigenen Sicherheit, wenn Ihr den Vormann darauf aufmerksam macht, dass Ihr auffahrt, insbesondere, wenn Ihr mit höherer Geschwindigkeit ankommt. Der kann sich dann darauf einrichten, indem er die Körperspannung erhöht und eine sichere Position einnimmt. Verboten sind:

  • Alles Anfassen höher als Hüfte,
  • Greifen um die Hüften,
  • Einseitige Belastungen,
  • Festhalten bei Beschleunigungen,
  • Festhalten an der Trinkflasche,
  • Auffahren in unsicheren Situationen,
  • na ja und schubsen sowieso.

Denkt daran: wenn Ihr den Vordermann aus dem Gleichgewicht bringt und er fällt, dann seid Ihr mit dran.

Das Ganze dient nur dem Abstandhalten, nicht dem Bremsen! Wenn wirklich Bremsen angesagt ist, bremst jeder für sich!!!! Besonders vorsichtig sollten Skater mit Bremse sein, wenn der Vordermann ohne Bremse fährt. Für den ist es schwer genug, das Tempo zu verringern, der braucht nicht noch Euch im Nacken!

Wenn Ihr plötzlich merkt, dass Ihr nicht mehr bremsen könnt und der Vordermann über eine Bremse verfügt, fragt ihn, ob er Euch mit abbremsen kann. Dann kann der sich darauf einstellen, von Haltung und Kraftaufwand her. Das können aber nur erfahrene Skater.

Wer vorne läuft, übernimmt die „Führungsarbeit“ . Wenn Ihr wisst, dass Ihr in einer Schlange bis zu 40% Kraft spart, dann wird Euch sicher klar: Die „Führungskraft“ kann nicht die ganze Zeit ihre Kraft für Euch opfern, deshalb lässt sie sich rechtzeitig, so lange sie noch bei Kräften ist, zurückfallen. Natürlich werden Skater, die Führungsarbeit leisten, gut behandelt und man lässt sie in die Schlange hinein, wenn sie nicht ganz nach hinten wollen. Wenn Ihr jetzt die Führung übernommen habt, schätzt Eure Kraft gut ein, wechselt rechtzeitig nach hinten, denn es ist nicht leicht, nach dem Wechsel wieder Anschluss an die Gruppe zu finden. Während Ihr Euch nach hinten fallen lasst, nehmt Ihr den Rhythmus der Gruppe auf, bzw. behaltet ihn bei (das gilt auch, wenn man eine Gruppe überholt). Wenn Ihr nur locker skatet, um auf das Ende der Schlange zu warten, werdet Ihr eine Überraschung erleben: Wupps, ist die Gruppe weg, denn sie ist ganz schön schnell! Ausgepowert jetzt wieder ranfahren??Also rechtzeitig Tempo aufnehmen, um den Anschluss halten zu können.

Man erlebt immer wieder Leute, die offensichtlich Angst vor dieser Situation haben und vorne rummeutern, dass sie mal abgelöst werden wollen. Das ist ihr Problem. Es ist keinesfalls Eure Verpflichtung, an denen vorbei zu skaten und die Führung zu übernehmen. Wenn die zu langsam werden, erreichen sie zwar meistens irgendwann ihr Ziel, weil die Hinterleute wieder Tempo machen wollen, doch ein für die Gruppe ökonomisches Verhalten ist das nicht. In einer guten Gruppe wechselt die Führung regelmässig nach hinten.

Ihr werdet immer wieder erleben, dass sich nach kurzer Zeit eine tolle Kameradschaft zwischen den zufälligen, einander meist nie zuvor begegneten Mitgliedern einer Gruppe ergibt. Das macht auch einen grossen Teil der Attraktivität solcher Veranstaltungen aus. Man hält zusammen - allerdings nur bis kurz vor dem Ziel. Dann zerfällt die Gruppe und jeder versucht, vor dem anderen in das Ziel zu sprinten. Dabei solltet Ihr abschätzen können, ab wann Ihr Euch einen Alleingang zutraut. Das geschieht meistens auch völlig fair und die Kameradschaft wird nicht zerstört - es sei denn, einer oder mehrere haben alle Arbeit gemacht und die anderen haben hinten nur auf ihre Chance gelauert, um kurz vor dem Ziel die Ausgepowerten abzuhängen.

Bei besonders harten Rennen (kleine Gruppen, lange Strecken, fiese Gegenwinde) sieht man auch immer wieder Gruppen Hand-in-Hand über die Ziellinie skaten. Das ist meistens auch der „Beginn einer wundervollen Freundschaft“. Vielleicht sieht man sich nur auf den Rennveranstaltungen wieder - aber man freut sich jedesmal.

For your safety:

Bei allem Ehrgeiz, denkt immer daran, dass Ihr für Eure Sicherheit selbst verantwortlich seid.

Denkt notfalls auch für andere mit - jeder kann mal einen Fehler machen - und behaltet die Übersicht. Schätzt Eure Leistung und Eurer technisches Können realistisch ein. Dann bringt Skaten in der Gemeinschaft - ob bei Rennen oder Ausflügen - richtig Spaß und ist (mit ausreichender Schutzausrüstung) nicht übermäßig gefährlich.

Quelle: skate-in-magazin.de

 
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