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zuletzt aktualisiert am 17.08.2010

 
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Regional - Kassel

1. HafenCity Inline-Marathon am 15. Juli in Hamburg (ein Bericht von Kurt-Ulrich Heldmann)

Die Veranstalter wollten nach eigenem Bekunden mit diesem nicht an einen Lauf-Marathon gekoppelten reinen Inline-Marathon den Grundstein "zu einem sportlichen Großereignis" legen. Eine Voraussetzung war die Einbettung in den German Inline Cup und damit die Tatsache, dass die Elite der deutschen Speedskater in Hamburg an den Start gegangen ist. Glück hatten sie mit dem Wetter: Es war trocken, mit 16° Lufttemperatur herrschten erträgliche Temperaturen. Erwartungsgemäß machte uns auf der 15 km langen Teilstrecke am Moorwerder Deich der Wind zu schaffen.

Pünktlich um 11 h wurden wir, 2339 Skaterinnen und Skater, auf die Strecke geschickt. Nach dem Hamburger City-Marathon im April mit etwa 500.000 begeisterten Zuschauern war dies dann ein echtes Kontrastprogramm. Es ging durch den am Sonntag menschenleeren Freihafen. An der Veddel, am Deich und in Moorburg fanden sich erfreulicherweise doch einige Zuschauer ein, die uns lautstark anfeuerten. Aber insgesamt war die Streckenführung eher Zuschauer unfreundlich. Meine Freundin Petra hat sich rund 10 km mit dem Kickbord abgestrampelt (eine erstaunliche Leistung!) und trotz ergänzender S-Bahn Nutzung es gerade mal geschafft, mich am Start und bei km 13 zu sehen. Als sie bei km 30 ankam, war ich schon rund 10 Minuten durch und bis sie im Startbereich zurück war, war ich umgezogen und hatte meine Portion Nudeln gegessen. Die Veranstalter sollten sich einige Gedanken machen, wie sie hier zukünftig etwas verbessern können.

Auch verbesserungswürdig ist die Verpflegung an der Strecke. Es gab lediglich bei km 23 und km 29 Wasser, Kohlehydrate gab es überhaupt nicht. Um Wasser zu bekommen, musste man jedoch die Strecke verlassen und anhalten. Ich habe niemanden gesehen, der davon Gebrauch gemacht hat, ein solcher Zwischenstopp stört total den Rhythmus.

Nachdem sich das Feld auf den ersten zehn Kilometern einigermaßen sortiert hatte, begann das Windschattenfahren. Das war vor allem auf der geraden Deichstrecke enorm Kräfte sparend und funktionierte ausgesprochen gut. Wer einmal den Anschluss an eine solche Schlange verloren hatte, hatte kaum ein Chance wieder ran zu kommen.

Für meine Begriffe war die Strecke schön und nicht besonders schwierig. Die heiklen Stellen (Bahngleise, scharfe Kurven) waren gut abgesichert, wenn es auch an den ungezählten Bahngleisen trotzdem zu einigen Stürzen kam. Der Belag war gut bis sehr gut. Und auch die Umfahrung einer Baustelle auf der Kattwyckbrücke über einen schmalen Radweg war unproblematisch. Die besondere sportliche Herausforderung kündigte sich schon etwa 7 km vorher an, als die hohen Masten der eindrucksvollen Köhlbrandbrücke im Blick auftauchten. Oben auf der Brücke, etwa 60 m über dem Hafengelände, war das Ziel. Der Anstieg mit 4% Steigung war für Einige nach über 40 km Strecke offensichtlich eine echte Grenzerfahrung. Die Sanitäter im Zielbereich hatten einiges zu tun.

Als Belohnung wartete ein toller Blick und ein schnurgerade mehr als einen km lange Abfahrt von der Brücke zum Shuttlebus, der uns zurück zum Startbereich brachte. Da sich auf der Brücke außer Offiziellen und Medienvertretern niemand aufhalten durfte, wurden wir erst dort mit dem gebührendem Beifall begrüßt. Ein bißchen komisch war das schon, wenn bei der Zieldurchfahrt niemand klatscht, dafür aber beim Aussteigen aus dem Bus. Ich plädiere dafür, für das nächste Mal die ursprüngliche Planung zu verfolgen, die Köhlbrandbrücke in die Strecke zu integrieren und Start- und Zielbereich zusammen zu legen. So wie die Abfahrt abgesichert war, sollte sie für jemanden, der sich einen Inline-Marathon zutraut, technisch zumutbar sein.

Insgesamt hat es Spaß gemacht und war sportlich anspruchsvoll. Danke dafür an die Organisatoren, Helfer und Mitskaterinnen und Mitskater. Wenn die genannten Unzulänglichkeiten ausgeräumt werden können, kann ich mir vorstellen, dass der HafenCity Inline-Marathon sich etablieren wird. Ich habe vor, nächstes Jahr wieder dabei zu sein.

Noch mehr Bilder zum Marathon

Kurt-Ulrich Heldmann, Kassel

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