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HNA Kassel, 3.6.2002 35 000 rollten ins Vergnügen

Kassel / Hann. Münden. "Grandios" lautete das knappe Resümee der Veranstalter zum gestrigen Sattelfest. "Es war das beste Wetter, das wir je hatten", sagte Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungs-
präsidiums Kassel. 35000 Menschen lockte die Sonne auf die für den Autoverkehr gesperrte Straße zwischen Kassel und Veckerhagen. An sieben Etappenpunkten an Fulda und Wesen genossen Radfahrer und Skater das mit 34 Kilometern längste Straßenfest Nordhessens.

Himmlische Ruhe. Zu hören sind der Fahrtwind, surrende und leicht quietschende Ketten, Gesprächsfetzen. Die breiten Reifen der Mountain-Bikes heulen über den Asphalt. Es ist Sattelfest und die Menschen genießen auf Fahrrädern, Inlinern und Tretrollern die Promenade an der Fulda und Weser. An den Flüssen schlängeln sich von Kassel bis Veckerhagen eine Landsraße und die Bundesstraßen 3 und 80 entlang. Gestern ohne motorisierten Verkehr.

Für Margred Schmidt ist es einfach die Freude am Radfahren, die sie auf die Straße brachte. Am Morgen hatte sie vom Sattelfest in der Zeitung gelesen und ist sofort mit ihrem Mann von Volkmarsen aus aufgebrochen - bis Kassel allerdings mit dem Auto. 35 000 sahen das ähnlich und fuhren mit, so die Schätzung der Polizei.

Markus und Sandra Sennhenn sind mit dem Tandem dabei. Seit drei Jahren haben sie es, weil er viel und sie weniger oft fährt. "Auf dem Tandem können wir auch lange Strecken zusammen fahren", sagt Markus Sennhenn. Der 34-jährige findet das Fest eine sehr gute Idee: "Die flache Strecke ohne Autos ermuntert auch Leute zum Radfahren, die sonst nie fahren."

Am Start in Kassel-Wolfsanger am Morgen: Wenige Hundert stehen gut gerüstet vor dem Band. Die einen mit der Wasserflasche am Rahmen, andere mit der Bierdose in der Hand. Picknickdecken auf dem Gepäckträger sind genauso vertreten wie Radfahrer, die vom Trikot bis zu den Rennreifen auf ihre Windschlüpfrigkeit bedacht sind. Regierungspräsidentin Oda Scheibelhuber wirbt für den Weiterbau der A 44 und vergisst dabei fast, als Hauptveranstalterin das Band zur Eröffnung des achten autofreien Festes durchzuschneiden.
Das Management vom VW-Werk Kassel in Baunatal hatte nicht nur die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen, es fuhr auch mit. Auf Prototypen eines Cross-Rades der VW-Tochter Audi. Manfred Mazen, Leiter der Produktion im VW-Werk Kassel, befand die Federung als "großartig", die Scheibenbremsen allerdings als "giftig". Wenn das Rad wie geplant in diesem Jahr auf den Markt kommen sollte, wird es mit einem Preis von etwa 3000 Euro zum Phaeton der Fahrräder.
Für VW sei es keine große Diskussion gewesen, das Sattelfest zu unterstützen. Manfred Mazen: "Wir fahren alle Auto und Fahrrad." Volker Gerstein, Landesvorsitzender des Allgemeinen deutschen Fahrradclubs (AdfC) freut sich über jeden, der das Radfahren fördert. Der Club war mit einem selbstgebauten Velomobil unterwegs. Auf dem vierrädrigen Gefährt finden acht Personen Platz. Von der Politik erhofft sich der Lohfeldener Radwege mit der vorgeschriebenen Mindestbreite von 2,50 Metern. Dagegen hätte Gisela Bennighof wahrscheinlich auch nichts. Sie begeistert am Sattelfest: "Man kann nebeneinander fahren und sich unterhalten." Auf Radwegen gehe es sonst ja nur hintereinander. Zusammen mit Manfred Lichtefeld ist sie auf Zweirädern aus den 30er-Jahren unterwegs. Sie stammen von ihren Eltern. "Elite Diplomat" und "Bauer" ist am Rahmen noch zu entziffern. Ohne Gangschaltung soll es noch bis Hann. Münden gehen. Das war in Wilhelmshausen, dem meistbesuchten Etappenpunkt des Festes.

Quelle: HNA Kassel, 3.6.2002   

 
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Veranstalter: www.rp-kassel.de

 

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