| am 25.9.2000
Den Mobil-ohne-Auto-Tag des Kirchenkreises Kaufungen
nutzten gestern etwa 3600 Menschen, um motorlos Ausflüge
rund um Losse und Söhre zu unternehmen.
Kaufungen
Sonst darf Per Heyser mit seinen Inline-Skatern gerade mal
vor der Haustür in Nieste rollen, manchmal auch einen
kleinen Hang in der Straße hinab. Aber nach Herzenslust
über den Asphalt pesen? Pfeilschnell schießt der
Siebenjährige über die Kreisstraße 7 zwischen
Helsa und Oberkaufungen, kein Auto in Sicht weit und breit.
Mit Skistöcken gibt sich Per Schwung, seine Mutter dicht
hinter ihm. "Im Winter machen wir Skilanglauf",
ruft sie. "Und das hier ist ein gutes Training".
Zum vierten Mal hatten die Umweltbeauftragten
des Evangelischen Kirchenkreises Kaufungen gestern das Motto
"Mobil ohne Auto" ausgegeben. Auf Fahrrädern,
Inline-Skates und zu Fuss konnten Bürger zwischen Kaufungen,
Helsa, Eschenstruth, Wellerode und Vollmarshausen unterwegs
sein, ohne einem Auto zu begegnen. Die Straßen zwischen
Oberkaufungen und Helsa und zwischen Niederkaufungen und Vollmarshausen
waren komplett gesperrt. Der Rest des Rundkurses bestand aus
Fahrrad- und Wanderwegen. In diesem Jahr sei der Mobil-ohne-Auto-Tag
bewusst in die zeitliche Nähe des europäischen autofreien
Tages am vergangenen Freitag gelegt worden, sagte Matthias
Reinhold, Umweltbeauftragter des Kirchenkreises für Oberkaufungen.
So sollte die Aufmerksamkeit für die europaweite Aktion
erhöht werden.
Gemütlich plausend auf Tourenrädern, im neonbunten
Trikot auf dem Rennrad, mit dem Hund an der Leine auf Inlinern
oder etwas wackelig per Kinderfahrrad sam Stützrädern:
Rund 3600 Menschen nutzten nach einer Zählung
des Kirchenkreises den autofreien Sonntag (und das sonnige
Spätsommerwetter), um rund um Losse und Söhre zu
fahren. "So viel wie noch nie. Die Hälfte waren
Skater", sagte Matthias Reinhold.
Zu Pausen luden Raststationen am Rundkurs
ein: in Oberkaufungen ein Päuschen bei Kaffee und Kuchen,
in Niederkaufungen eine Rast am Backhaus, wo 40 Laibe frisch
gebackenes Brot auf die Ausflügler warteten, in Eschenstruth
ein Halt, um die Handwebstube zu besichtigen.
Besonderen Anklang fand die Sperrung
dere K7 zwischen Oberkaufungen und Helsa. "Hier sollte
schon lange ein Radweg gebaut werden", sagte Thomas Strube
aus Helsa, der mit seiner Familie die Strecke radelte. "Wenn
hier die Autos fahren, ist das eine hochgefährliche Sache."
Und wie hat der autofreie Tag seinen Kindern gefallen? Einstimmige
Antwort: "Gut!" Kein Wunder, am Ende der autofreien
Fahrt stand für Familie Strube das Eiscafe in Oberkaufungen
Quelle: HNA Kassel, 25.9.2000
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