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Bericht von K.-U. Heldmann

Das war die Super Tour!!! Fünf Tage, 600 Dauerskater, rund 400 Tagesskater auf den Etappen, fast 300 km und Sonne, kein Regen. Wer dabei war, egal ob auf der gesamten Tour oder einzelnen Tagesetappen, wird sie nicht vergessen.

Am 24. Juni haben wir uns in Bad Vilbel getroffen, die Ausrüstung - Tour-Shirt und -Helm, Buff-Tuch, Trillerpfeife und Sixtus-Spray - in Empfang genommen. Die Stimmung war dort schon super und voller Erwartung auf das, was in den nächsten Tagen auf uns zukommen wird. Rund die Hälfte der Dauerskater, darunter auch etwa zehn aus Kassel und Umgebung, haben die Matratzen und das gemeinsame Lager in der Turnhalle "geprobt". Schlafen war allerdings erst später angesagt: Zwar gab es noch keine hr3-Discoparty, aber wir haben in der Halle unsere eigene Startparty gefeiert.

Am Dienstag um 9.00 h ging es dann richtig los. Die Motorrad-Staffel der hessischen Polizei mit 14 Motorrädern und zwei Autos und die Johanniter sorgten fünf Tage lang dafür, dass sicher und wohlbehalten nach Fritzlar kommen sollten. Und abends lag das Gepäck, vom THW transportiert, in den Übernachtungshallen bereit.

Die 1. Etappe führte über Friedberg nach Butzbach. 53 km nahmen wir unter die Rollen, am Nachmittag gab es zur Eingewöhnung zwei kleiner Aufstiege mit den anschließenden Genussabfahrten. In Friedberg wurden wir mittags das erste Mal fantastisch empfangen. Die Mittagspause war Fußball bedingt länger als sonst. Den Einzug der deutschen Kicker in das WM-Finale feierten wir dann gemeinsam mit hunderten von Fußballfans auf der Weiterfahrt durch Bad Nauheim. Mit einem Durchschnitt von 19 km/h (!) kamen wir abends in Butzbach an. Schlafplatz suchen, Gepäck holen, duschen, dann Discoparty - so sollten auch die nächsten Abende ablaufen. Zum Muskellockern das richtige Entspannungsprogramm.

Am 26. Juni ging es über Lich weiter nach Staufenberg. Die 56 km-Strecke war schon etwas anspruchsvoller. Schon am Vormittag gab es zwei ordentlich Anstiege. Von Lich ging es nach der Mittagspause dann das erste Mal richtig aufwärts, nach und nach hatten wir rund 140 Höhenmeter zu bewältigen. Der Fahrtschnitt lag dann auch "nur" bei 16,2 km/h. Wie an allen anderen Tagen auch war die Streck in vier Teilstücke aufgeteilt. In den Wasserpausen am Vor- und Nachmittag sorgten Hassia mit Getränken und tegut mit kleinen Snacks dafür, den Energiehaushalt wieder aufzubauen.

In Staufenberg fand die Party in einer alten Burgruine hoch über der Stadt in schönster Kulisse statt. Und die Sektbar in einem Burggewölbe war einfach zu verlockend. Deswegen hatte ich am nächsten Morgen nicht nur dicke Waden sondern auch die Sorge, dass der Helm nicht mehr passen könnte. Zum Glück gingh es die ersten Kilometer abwärts in das Lahntal und immer am Fluss entlang bis Marburg. Vorher gab es in Niederweimar eine Wasserpause im doppelten Wortsinn: Hassia sorget für die Flüssigkeitszufuhr und ein Badesee für die äußere Erfrischung.

Durch Marburg zu skaten war ein weiteres Highlight. Danach forderten noch vor der Mittagspause in Wetter 60 Höhenmeter auf 2 km Strecke alle Kraft. Die Abfahrt nach Wetter mussten wir alle von den Motorrädern gebremst absolvieren, weil der enge Marktplatz sonst wohl für Chaos und unnötige Sturzgefahr gesorgt hätte. Der Empfang war deswegen jedoch nicht weniger toll als an den anderen Etappen- und Mittagsorten. Ab Wetter begleitete uns der Frankenberger Bürgermeister auf Inlineskates bis in seine Stadt - er hatte das Skaten extra dafür gelernt, Respekt, Herr Heß!!! Zumal wir uns am Nachmittag mehr als 100 Meter aufwärts arbeiten mussten. Die 65 km absolvierten wir mit dem unglaublichen Schnitt von 20,1 km/h. Dabei war eine Traum-Abfahrt, bei der ich eine Spitzengeschwindigkeit von 68 km/h erreichte.

Der vierte Tag am Freitag brachte die Königsetappe. Von Frankenberg ein langer, stetiger Anstieg, dann die erste geile Abfahrt zur ersten Wasserpause, danach gleich wieder 80 m aufwärts und die zweite Abfahrt hinunter zum Edersee. Zwischen Herzhausen und der Mittagspause in Vöhl dann der dritte Aufstieg, mit rund 140 Metern der heftigste an diesem Tag. Weiter ging es nach Korbach auf mehr oder weniger flacher Strecke. Erst kurz vor dem Ziel forderte ein letzter Anstieg auch die letzten Kraftreserven. Die unermüdlichen Motorradfahrer von der Polizei absolvierten hier noch einmal ein ausgefülltes Taxiprogramm. Auch diese 57 km fuhren wir mit einem Durchschnitt von 19,9 km/h.

Die Party in Korbach war zwar verregnet, an der guten Stimmung änderte aber auch das nichts. Und beim Start am nächsten Morgen waren schon die ersten blauen Lücken am Himmel zu erkennen, die Straße fast trocken. In Korbach mussten wir dann gleich mal wieder unsere Kletterfähigkeit unter Beweis stellen. Von über 400 m NN ging es dann auf bestem Asphalt nach Niederwaroldern 120 m abwärts. Und von dort sofort wieder 100 m aufwärts. Die nächste Abfahrt brachte mir dann meinen persönlichen Geschwindigkeistrekord mit unfassbaren 77 km/h. Danach kam der Hammer: Auf 5 km Strecke über 150 Höhenmeter auf rauhen Asphalt - oben brannten die Oberschenkel und zitterten die Waden. Und anschließend noch ein kurzer aber steiler Anstieg nach Landau, wo mich mein Fanclub dann gebührend feierte; danke Marina, Larissa und Fabian, ihr wart toll!!

Die letzte Mittagspause in Wolfhagen, mit Samba- und Rockmusik - und ab da nach Fritzlar zum Finale. So langsam machte sich bei den meisten der Kräfteverschleiß bemerkbar. Nicht nur, dass auch an kleinsten Anstiegen die "Anhalter" immer mehr wurden, auch die Zahl der Stürze häuften sich am letzten Tag. In Geismar dann das erste Gänsehautfeeling, ich glaube, der ganze Ort stand an der Stecke, um uns zu feiern. Ein allerletzter kurzer, heftiger Anstieg und dann ist Fritzlar erreicht. Auch die letzten 56 km schafften wir mit einem Schnitt von 16,7 kmh.
Nun die letzten Meter durch die engen Gassen von Fritzlar, tausende von Menschen die uns zu jubeln - es ist fantastisch!! Das erste Bier auf dem Marktplatz und wir feiern und lassen uns feiern!!!

Es war super mit euch allen! Danke an hr3 und Obst & Friends und alle, die dabei waren, für dieses Erlebnis. Und ich wünsche allen, die sich leider verletzt haben, dass ihr euch schnell erholt und nächstes Jahr wieder dabei seid. Ich bin es bestimmt!!

Wir sehen uns bei der hr-Inline-Tour 2003!!!

Kuddel (K.-U. Heldmann)

 
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