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zuletzt aktualisiert am 14.06.2010
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1. Am Anfang steht der Spaß!
2. Medizinische Eignung
3. Laufen oder Skaten
4. Training
5. Wettkampf
6. Glückshormon |
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| 1. Am Anfang
steht der Spaß! |
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Warum soll ich mich überhaupt bewegen? Nötig ist
es immer weniger, denn vieles lässt sich heutzutage ohne
größeren Körpereinsatz erledigen. Unsere Mobilitätsgesellschaft
zeichnet sich hauptsächlich durch unsere physische Passivität
aus. Genau deswegen ist Bewegung für unseren Körper
besonders wichtig geworden.
Häufig meldet sich zuerst der Kopf: Du musst unbedingt
etwas für deine Gesundheit tun! ...
und es dauert nicht lange, bis dieser Anfall dann wieder vorüber
ist und nichts passiert!
Gesundheit ist für uns weit weg und erlangt erst dann
eine größere Bedeutung, wenn diese, durch Krankheit
oder Verletzung, bedroht ist. Einen halbwegs gesunden Menschen
kann man deswegen über rationale und vernünftige
Argumente kaum dauerhaft zu Bewegung motivieren. Erfolgversprechender
ist es aus Bewegung ein Erlebnis zu kreieren, dass das Spaß
macht, was gesund ist. Sich gesund zu Verhalten wird somit
eher zum positiven und wichtigen Abfallprodukt!
Warum sollte ich denn überhaupt Laufen? Was bringt das?
Wo ist denn da die Belohnung?
In Gesprächen mit Läufern kommen dazu immer die
dieselben Argumente:
1. Laufen entspannt mich!
2. Seitdem ich laufe, bin ich im Alltag wesentlich belastbarer!
3. Während des Laufens finde ich Ruhe!
4. Laufen ist für mich ein Naturerlebnis!
Sicherlich könnten noch viele Punkte ergänzt werden,
aber im Kern enthalten die
Begründungen die gleiche Substanz:
1. Die Veränderungen sind sehr konkret erfahrbar und
haben einen Alltagsbezug
2. Das Erlebnis ist sehr emotional.
Das einfachste wäre also, sofort den Rechner herunterzufahren
und die Skates anzuziehen, um sich 30 Minuten zu bewegen.
Also, fangt doch einfach an!
Heb das hoch, was dich am Stuhl kleben lässt.
Umso konkreter das anvisierte Ziel ist, desto eher wird man
damit beginnen. Ein chinesisches Sprichwort sagt: Auch
die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt!.
Das gilt natürlich für den Marathonlauf selbst,
sowie auch für das Training dazu. Hilfreich ist es häufig,
wenn man sich zu Gleichgesinnten begibt. Die findet man z.B.
in Lauftreffs.
Hat man erst einmal mit dem Training angefangen, lassen die
positiven Effekte nicht lange auf sich warten. Nach wenigen
Trainingseinheiten schon kommen die ersten Verbesserungen.
Ihr glaubt gar nicht, welchen Eindruck das auf das persönliche
Umfeld macht. Man wird schier von Euch begeistert sein. Aber
Vorsicht, die Gefahr wieder aufzuhören, ist genau dann
wieder besonders groß! Dein Umfeld gewöhnt sich
nämlich ziemlich schnell daran. Der Effekt nutzt sich
wieder ab und hilft Dir nicht mehr, deinen inneren Schweinehund
zu besiegen. Also beantwortet Euch frühzeitig, warum
das Lauftraining Spaß macht! Dann besteht eine reelle
Chance dabei zu bleiben.
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| 2. Medizinische
Eignung |
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In unserer Jugend waren wir doch alle mal (mehr oder weniger)
große Sportler. Durch Ausbildung, Heirat, Kinder, ...
sind wir so geworden, wie wir heute sind. Häufig sieht
das so aus, dass man mit der körperlichen Entwicklung so
gar nicht zufrieden ist (Manche Betroffenen bemühen in
solchen Phasen das Märchen: Ich habe ja so schwere
Knochen!).
Irgendwann haben wir aber das Gröbste hinter uns und wollen
uns noch mal richtig ins Zeug legen. Häufig wird aber vergessen,
dass nicht nur etwas subcutanes Fettgewebe dazugekommen ist,
sondern der Körper sich mit den Jahren auch dauerhaft verändert
hat. An diesem Punkt kann eine sportmedizinische Untersuchung
Sicherheit geben und darüber hinaus kann sie wichtige Informationen
für die Erstellung eines Trainingsplanes liefern. Erkundigt
Euch bei Eurem Hausarzt darüber oder wendet Euch an spezielle
Institute für körperliche Leistungsdiagnostik!
Ein Check-up kostet je nach Umfang zwischen ca. 150 und 250
Euro. |
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| 3. Laufen oder Skaten |
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Zunächst einmal ist es Geschmackssache.
Doch gibt es einige Kriterien, die man für sich persönlich
abwägen muss.
Laufen
vs.
Skaten
Langsam ( ca. 8-16 km/h)
Schneller ( ca. 14- 40 km/h)
Geringe Verletzungsgefahr
Höhere Verletzungsgefahr (Geschwindigkeit,
Rollen)
Hohe Gelenkbelastung (insbesondere
Hüfte, Knie, Fuß)
Geringere Gelenkbelastung (keine
vertikale Bewegungen)
Hohe Belastungsdauer (ca. 2:10-5:30
Std.)
Geringere Belastungsdauer (ca. 1:10-2:30
Std.)
Wer sich auf den Rollschuhen
nicht so sicher fühlt, sollte vielleicht eher einen Halb-Marathon
in Erwägung ziehen. Bei Gelenkproblemen würden wiederum
Inlineskates vorteilhafter sein.
Von der Belastungsdauer her, ist ein Inlinemarathon in etwa
mit einem Halb-Marathon
zu Fuß zu vergleichen.
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| 4. Training |
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Training ist Volksgut, ähnlich wie Fußball. Keiner weiß richtig
darüber Bescheid, aber jeder redet davon. Was muss man wirklich
wissen, um Training zu verstehen. Wichtig ist, dass sich der
Körper nur an etwas anpassen kann, was er zuvor auch kennengelernt
hat. Wer z. B. kürzere Strecken möglichst schnell bewältigt,
wird, wenn er dann längere Strecken absolviert, eher einen
Leistungseinbruch erfahren.
Ein häufiges Phänomen bei Freizeit- Breitensportler ist die
zu hohe Herzfrequenz während des Ausdauertrainings. Die Sportler
hetzen hecheln und jagen sich über ihre Trainingsstrecke,
damit man am Ende möglichst kaputt ist. Das hat mit Training
wenig zu tun! Das Resultat ist eine deutlich verlängerte Regenerationszeit
und womöglich ein kontraproduktives Übertraining.
Bei einem allgemeinen Ausdauertraining sollte der Puls bei
ca. 170 minus Lebensalter liegen. Da der Puls eine
sehr variable Größe ist, kann er auch mal etwas darüber oder
darunter liegen, aber nicht viel.
Eine große Hilfe stellen dabei Herzfrequenzmesser dar, die
als Uhr am Handgelenk getragen werden. Geeignete
Modelle kosten zwischen 40-250 Euro. Das Modell sollte
auf jeden Fall einen Brustsensor besitzen, der die Herzfrequenz
direkt in Herznähe aufnimmt. Preisliche Unterschiede ergeben
sich aus mehr oder weniger spezifischen Zusatzfunktionen.
Die Sensoren mancher Hersteller (z. B. Polar) können auch
codiert gekauft werden. Mit uncodierten Sensoren lauft Ihr
Gefahr, in Gruppen (Training oder Wettkampf), den Puls des
Nebenmanns /–frau zu messen.
Möchte man sich keines dieser Geräte kaufen, sollte man “laufen
ohne zu schnaufen”. Am besten Ihr Lauft mit jemandem zusammen
und quatscht ein bisschen miteinander, dann lauft Ihr auf
jeden Fall nicht zu schnell.
Um zu beurteilen, wie lange es dauert bis Du marathontauglich
bist, ist der Status Quo von Interesse (aktueller Trainingszustand,
Alter, Trainingshäufigkeit, angestrebte Zeit)
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| 5. Wettkampf |
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Oberste Maxime ist nichts zu Überstürzen, die Möglichkeit
aus dem Lauf auszusteigen
soll immer Bestand haben. Die zweite Maxime besagt, nur das
im Wettkampf anzuwenden,
was sich im Training auch bewährt hat. Angefangen vom Lauftempo,
über Kleidung,
Schuhe, Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme sollte nur erprobtes
angewendet werden.
Es wäre nicht das erste mal, dass Blutblasen ein neues
Paar Skates besudeln oder
nach dem Verzehr einer speziellen Sportnahrung der
Magen verrückt spielt. Als
Freizeit- Breitensportler (!) sollte man noch in der Lage sein
während des Laufs die
Mundwinkel nach oben zu ziehen (also Lächeln). Ansonsten
ist ein Abbruch in Erwägung
zu ziehen.
Also laufe und lache! |
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| 6. Glückshormon |
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Absender: Dein Serotonin-Hormon c/o Thrombozyten, Mastzellen
Gruß von deinem Glückshormon!
Hallo, Du kennst mich bestimmt nicht mehr. Ich weiß, Du siehst
das natürlich wieder anders, von irgendwoher kennst du mich
natürlich, aber lass mich doch erst einmal ausreden! Dafür,
dass ich nämlich dein “Glückshormon” bin, kannst du mit mir
schon ein bisschen freundlicher umgehen! Das neue Jahr ist
noch nicht so alt und weil ich mir Sorgen um Dich mache, habe
ich mir vorgenommen mich mehr um dich zu kümmern. Ich habe
mich nämlich mit “Deinen Jungs” besprochen. Der Musculus erector
spinae sieht das genauso wie der M. rectus femoris. Nur der
M. gluteus minimus, das dumme A..., denkt natürlich wieder
anders darüber. Dem kann es natürlich wieder nicht dick genug
kommen.
Aber jetzt mal im ernst: Siehst du deine Füße noch oder ist
da schon etwas im Weg? Du verstehst mich wohl immer noch nicht!
Mmh? Gut versuchen wir es mal mit dem “doppelten Schwammristgriff”.
Stelle dich in John-Wayne-Gedächtnis-Position und führe deine
Hände von hinten kommend über die Hüften (Solltest Du jetzt
schon etwas schwammiges in deinen Händen spüren, dann wäre
das schlecht!). Dann gleiten deine Hände weiter nach vorne,
entspannen sich kurz, um dann umso schneller sicherer und
beherzter zuzugreifen. So, ist noch alles in Ordnung? Fällt
bei dieser intensiven Eigenkörpererkundung rechts und links
jeweils die Hälfte des Gefassten raus, dann ist es höchste
Zeit!
Wußtest du eigentlich, dass ich dein Wohlbefinden maßgeblich
beeinflusse und umso dicker du wirst, desto dünner mach ich
mich. Und jetzt wirst Du mir einfach langsam zu dick! Das
alleine ist natürlich nicht so schlimm, auch mit Übergewicht
können wir noch relativ zufrieden sein. Aber hattest du dir
wirklich für dieses Jahr vorgenommen “relativ zufrieden” zu
sein! Dabei ist das doch gar nicht so schwer! Würdest du dich
doch wenigstens etwas mehr bewegen, dann ginge es uns schon
viel besser. Deswegen schlage ich Dir den folgenden Drei-Stufen-Plan
vor:
- “Move your as, when it´s possible!” Frei übersetzt
heißt das: Bewege Dich, wenn Du die Möglichkeit dazu hast.
Den Fahrstuhl solltest Du einfach links liegen lassen, im
Brandfall kannst Du den sowieso nicht nutzen. Sind Wege
zu Fuß, mit dem Rad oder mit Rollschuhen zu bewältigen,
dann tue dies. Wenn Du das konsequent umsetzt sind wir schon
ein gutes Stück weiter.
- “Move, when you like it!” Jetzt wird die Bewegung
langsam zum Selbstzweck. Das mag ich besonders gern und
bei jedem Schritt bin ich bei dir. Leider brauch ich immer
ein paar Minuten, bis auch ich in die Gänge gekommen bin.
Der Knackpunkt ist jedoch, dass dir genau diese ersten Schritte
auch immer so schwer fallen. Deswegen denke daran: “Wenn
Du erst einmal angefangen hast dich zu bewegen, komme ich
ganz bestimmt dazu!” Und bin ich erst einmal da, fällt dir
alles nur noch halb so schwer. Du wirst gar nicht glauben
wie schnell Du eine Verbesserung spürst. Schon nach wenigen
malen geht es schon viel besser und schon kannst Du 10 km,
später vielleicht 20 km oder sogar 40 km laufen. Dann kannst
Du zu verschiedenen Marathons fahren und richtig loslegen.
- “Move further, but don´t forget the rest!” Ich
weiß, Du kannst dir das augenblicklich nicht vorstellen,
aber es gibt Menschen die sind total heftig drauf! Die Laufen
so viel, dass die alles um sich herum vergessen und Du dich
fragst: “Von welchem extraterristischen Ort kommen die denn?”
Zum Glück bist Du davon auch weit entfernt. So sehen wir
wenigstens noch unsere Freunde und Familie. Wenn Du diese
dritte Stufe erreicht hast, nimmst Du regelmäßig an Volksläufen
teil und bist natürlich auch jedes Jahr auf den Marathons
dabei!
So jetzt hast Du aber genug gelesen, stehe Doch einfach und
gehe mal eine halbe Stunde spazieren. Wärest Du jetzt schon
in Stufe zwei oder drei könntest Du auch eine andere Fortbewegungsart,
aber für den Anfang ist das schon OK. Mach es mir, als deinem
Glückshormon, in diesem Jahr bitte nicht wieder so schwer
wie sonst immer.
Dein dir innig verbundenes Serotonin (-Glücks)-Hormon
Glossar
•Serotonin = Serotonin (5-hydroxytryptamine, 5-HT) hat
vielfältige Wirkungen. In Lunge und Niere verengt es die Arteriolen,
während sie in der Skelettmuskulatur geweitet wird. Es beeinflusst
die Kontraktion des Herzmuskels und die Bewegung der Magen-Darm-
Muskulatur. Im ZNS hat Serotonin Auswirkungen auf die Stimmungslage,
den Schlaf- Wach- Rhythmus, die Schmerzwahrnehmung, die Körpertemperatur
und die Nahrungsaufnahme. () Das Serotonin entsteht im Zentralnervensystem,
der Lunge, der Milz und der Darmschleimhaut. Als Gewebshormon
beeinflusst es unter anderem die Befindlichkeit. (Roche-Lexikon/Medizin,
4. Auflage, München 1999, Urban & Schwarzenberg Verlag)
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