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zuletzt aktualisiert am 15.04.2012

 
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Bericht skate-in-Magazin 8/2001
Kindersportwagen in derbem Design bieten wenig Sitzkomfort

Die sportliche Optik trügt: In Kindersportwagen mit breiten, luftgefüllten Reifen sitzen die Kleinen nicht bequemer als in anderen Kinderwagen. Deshalb hat die Stiftung Warentest allen elf geprüften Modellen ein "Befriedigend" aufgedrückt. Auch wenn die modischen Konstruktionen wie robuste Mini-Jeeps aussehen, sollten Eltern sie nicht mit zum Joggen oder Skaten nehmen. Test stellt in der Märzausgabe fest: Im Falle eines Falles reichen die Bremsvorrichtungen nämlich nicht aus, um den Kinderwagen vor einem Sturz zu schützen.

Im Handel haben die Kinderwagen mit dem derben Design den klassischen Buggys und Sportwagen inzwischen den Rang abgelaufen. Komfortabler sind die Modewagen allerdings nicht - egal, ob sie auf drei oder vier Rädern rollen. Keine der getesteten Konstruktionen erfüllt die orthopädischen Anforderungen für gutes Sitzen. Vielfach sind die Sitze zu schmal und zu tief, die Rückenlehnen so niedrig, dass bereits knapp zweijährige Mädchen und Jungen ihren Kopf nicht mehr anlehnen können.

Auch lassen sich die Schiebekutschen während der durchschnittlich zweieinhalbjährigen Nutzungsdauer nicht allen Wachstumsstufen der Sprösslinge anpassen. Das aber ist nötig, damit es der sieben Monate alte Säugling genauso bequem hat wie der Dreijährige, das kleine zierliche Kind genauso wie das kräftige. Ein weiteres Problem sind die unflexiblen Fußstützen, die sich nicht auf jede Oberschenkellänge ausrichten lassen. Nur die Modelle Hartan Ranger und Teutonia Y2K warten mit verstellbaren Zusätzen auf,die auch nicht für jeden Wachstumsschritt ausreichen.

Verbessert hat sich seit dem Test vor vier Jahren der Sicherheitsstandard. Das gilt besonders für die Gurte. Fehlende Anschnallmöglichkeiten sowie Verschlüsse, die die Kleinen selbst öffnen können, sind passe. Auch Quetschstellen und verschluckbare Kleinteile wurden beseitige. Eine ständige Belastung für Mütter und Väter bleibt jedoch das Gewicht der Wagen, zwischen rund 11 und 16 Kilogramm. Zudem sind die Gefährte im zusammengeklappten Zustand etwas sperrig - beides Tribut an die sportliche Konstruktion.

Mit der Möglichkeit, die Spazierfahrt für die Kleinen mit einer Fitnessstunde für die Großen zu verbinden, ist es nicht weit her. Zwar machen Profilreifen und ausreichend Bodenfreiheit die Modelle geländetauglich, aber für hohe Geschwindigkeiten eignen sich die Wagen deshalb noch lange nicht. Das gilt auch für Modelle mit einer Handbremse oder Fangleine am Schieber. Die Abbremsvorrichtungen bei diesen Typen sind so ungünstig konstruiert, dass beim Sturz des joggenden oder skatenden Elternteils leicht der ganze Wagen mit umgerissen wird. Zum Dauerlauf ist ohnehin nur ein einziger Kinderwagen aus US-Produktion vorgesehen: Der Baby Jogger wird allerdings als Sportgerät verkauft. Als Kinderwagen für den Dauergebrauch ist er nicht gut geeignet.

Was die Sportwagen im Alltag taugen, probierten natürlich auch Eltern aus. Sie schoben die Gefährte über Stock und Stein. Am besten gefiel ihnen das Modell Mistral Country 2001 - das mit 760 Mark teuerste Testexemplar. An vielen Wagen kritisierten sie unter anderem die Feststellbremsen, die nicht immer richtig einrasten.
Weil alle geprüften Modelle vom idealen Kinderwagen noch weit entfernt sind, kann man nur das kleinere Übel wählen. Knapp die Nase vorn hat der 600 Mark teure Quinny Freestyle 4. Kaum schlechter ist der deutlich billigere Knorr Arosa Airlift Outdoor für 360 Mark.

 

Quelle: skate-in Magazin

 
   
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